|
Schon vor etwa
1300 Jahren wurden im Herzogtum Lauenburg die Grundlagen
für die heutigen Ortsnamen gelegt. Ende des 6./Anfang
des 7.Jahrhunderts wanderten slawische Stämme
in diese Region ein und fanden ein Gebiet vor, das
seit einigen Jahrhunderten nahezu unbewohnt gewesen
war. Vermutlich zogen diese Stämme die Elbe entlang,
die ihnen auch ihren Namen gab: Polaben ("Bewohner
an der Elbe"). Ihre Sprache war polabisch, eine
dem polnischen nicht unähnliche slawische Sprache.
Dies erklärt, warum von den 245 in Kreis Lauenburg
vorkommenden Ortsnamen fast die Hälfte, nämlich
109 (44,5%), slawischen Ursprungs sind.
Der Ortsname Güster, Guztrade stammt von dem
slawischen Wort: Gostirady (Gost stammt vom slawischen
Wort: Gosc=Gast).
1230 wird Güster im Ratzeburger Zehntregister
erstmals als "Guztrade" mit 14 Hufen urkundlich
erwähnt. Damit war es neben Müssen
das größte Dorf im Kirchspiel Siebeneichen.
Urnenfunde aus den Jahren 1911 und 1930 deuten jedoch
auf eine ältere Siedlung hin. Güster war
ein typisches Rundlingsdorf mit nur einem Ausgang
nach Westen. Die zweite Erwähnung des Bauerndorfes
erfolgte 1345, als der Möllner Bürger Heinrich
Smylow für den Marienaltar 10 Taler aus seinen
Einkünften aus Güster spendete. In den Bederegistern
des frühen 16. Jahrhunderts wurden die Abgaben
der Güsteraner Bauern erfasst. Seit dieser Zeit
gehörte das Dorf den Dalldorfs in Wotersen. Der
Dreißigjährige Krieg verschonte auch Güster
nicht, und so legten die Dalldorfs nach 1648 vier
wüst gewordene Hufen zu einer Schäferei
zusammen. Als die männliche Linie der Dalldorfs
1714 ausstarb, kam auch Güster in den Besitz
der Bernstorffs, der neuen Herren auf Gut Wotersen.
Güster lag an dem zwischen 1391 und 1398 erbauten
Delvenau-Stecknitz-Kanal, der “nassen Salzstraße”
nach Lübeck. Dies brachte der Ortschaft jedoch
keine größeren wirtschaftlichen Gewinne.
Noch 1880 war Güster ein reines Bauerndorf mit
etwa 20 Wohnhäusern und 776 Hektar Fläche.
|